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Beim Barcamp Ruhr 9 am letzten Wochenende hat Michael Janssen von zedwoo gleich zwei Sessions zum Thema Google Analytics gehalten. Die eine hatte den Titel „Wie ich mir meine Google Analytics-Daten kaputt spiele oder die 7 Todsünden“. Ich habe das zwar auch auf Twitter dokumentiert, aber da man das ja ggf. schlecht wiederfindet, kommt hier noch eine (auch ausführlichere) Mitschrift.

1. Den Analytics-Code 2 mal einbauen

Wer das tut, hat eine Absprungrate von 0, denn als Absprungrate wird der Prozentsatz der Besuche einer einzelnen Seite bezeichnet. Wer den Code allerdings 2 mal eingebaut hat, der hat auch direkt zwei Hits und damit niemals einen Absprung. Sieht man das also in der Analyse, sollte man seinen Source-Code einmal überprüfen.

Bei einem Blog ist eine hohe Absprungrate übrigens ok, denn Fans des Blogs kommen meist für den neuen Artikel, lesen ihn und sind dann wieder weg. Um diese besser zu tracken, wäre ggf. ein Scroll-Event sinnvoll. Damit kann man herausbekommen, ob sie den ganzen Artikel gelesen haben.

2. Es werden zu viele Sitzungen gezählt

Zur Erinnerung: Eine neue Sitzung wird genau dann erzeugt, wenn man entweder 30 Minuten nichts mehr auf der Site gemacht hat oder über eine andere Kampagne wiederkommt. Dies kann bei Online-Shops z.B. dadurch passieren, dass man für die Zahlung zu PayPal weitergeleitet wird und dann wieder auf den Shop zurück kommt. Weil man von einer verweisenden Seite kommt, zählt Google Analytics das als Kampagne und macht eine neue Sitzung auf.

Wer dies verhindern will, kann PayPal von den Verweisen ausschliessen. Dann zählt es nicht mehr als neue Kampagne und die Sitzung bleibt erhalten.

3. Referrer fallen unter Other

Wenn man unter Akquisition -> Channels viele Einträge unter „(Other)“ hat, dann bedeutet das, dass Google das nicht richtig zuordnen konnte, z.B. wegen fehlenden Referrer. Wer dies vermeiden will, der kann

Wenn man Referrer nicht taggt, dann werden viele unter Other einsortiert und man kann sie nicht näher aufschlüsseln. Hier hilft die explizite Auszeichnung von URLs mit Hilfe des Tools zur URL-Erstellung von Google. Beim Medium sollte man dann nach Möglichkeit einen vordefinierten Wert nehmen, damit es nicht unter „Other“ auftaucht.

4. Die eigene Homepage als Startseite

Gerade in großen Firmen wird es zum Problem, wenn die eigene Homepage als Startseite gesetzt wird. Dies führt nämlich zu vielen Page Views, die in Wirklichkeit gar keine sind. Hier sollte man also darauf achten, diese Zugriffe per IP oder über ein Cookie auszuschliessen (bei WordPress macht das z.B. das Yoast-Plugin beim Einloggen automatisch).

5. Bots nicht rausgefiltert

Auch Bots sollten natürlich herausgefiltert werden, um die Daten sauber zu halten. Google hat dazu eine Liste von Standard-Bots, die man in den Einstellungen zur Datenansicht aktivieren kann. Hierbei erwähnte Michael auch, dass es generell sinnvoll ist, immer mindestens 2 Datenansichten zu haben, wobei eine die Rohdaten sind, wo nichts gefiltert wird. Dies hilft dabei, Probleme zu erkennen und im Zweifel auf die Rohdaten zurückgreifen zu können.

6. Parameter nicht herausgefiltert

Man sollte aufpassen, welche Parameter man an den URLs hängen hat und diese ggf. herausfiltern, weil sonst jede URL als separate Seite gilt. Dies kann passieren, wenn man z.B. eigene Parameter für Kampagnen benutzt. Auch dies kann in den Einstellungen zur Datenansicht erledigt werden.

Wer keine Ziele in Google Analytics definiert hat, braucht es gar nicht erst nutzen

7. Keine Ziele definiert

Michael war da etwas dogmatisch und meinte: Wer keine Ziele in Google Analytics definiert hat, braucht es gar nicht erst nutzen. Man solle sich immer die Frage stellen, was man denn mit seiner Website oder Blog erreichen will. Nicht immer muss das Ziel dabei ein Verkauf sein, es kann auch einfach sein „hat Kontaktseite aufgerufen“, „war länger als 60s auf der Site“, „hat bis zum Ende der Seite gescrollt“.

Das waren auch schon die 7 Todsünden, zumindest nach Michael. Ich hoffe, ich habe alles korrekt wiedergegeben, ansonsten Anmerkungen oder weitere Todsünden gerne noch in den Kommentaren. Vielen Dank nochmal an Michael für die Session.